Wo suchen Ihre Gäste heute? Die Suche ist fragmentiert – und das verändert alles
Der Gast „googelt" heute nicht mehr einfach nur. Mal bekommt er eine klassische Trefferliste, mal eine KI-Zusammenfassung, mal fragt er gleich ChatGPT oder TikTok. Wir gehen alle Kanäle durch, den echten Entscheidungsweg des Gastes – und was das konkret für Ihr Hotel bedeutet.

Stellen Sie sich zwei Gäste vor. Der eine, nennen wir sie Anna, plante 2019 ein Wellness-Wochenende: Sie tippte bei Google „Wellnesshotel Hévíz" ein, blätterte durch die erste Seite, öffnete vier bis fünf Hotels in neuen Tabs, verglich die Preise und buchte. Ein einfacher, linearer Weg – und Sie wussten genau, was zu tun war, damit sie Sie sieht: gutes SEO, gute Position.
Der andere Gast, Béla, plant nun genau so ein Wochenende. Doch er macht es ganz anders. Er fragt ChatGPT: „Wohin nehme ich meine Partnerin für ein ruhiges Wellness-Wochenende rund um den Balaton mit, samt Hund?" Er erhält drei konkrete Empfehlungen. Nach einer davon sucht er bei Google – wo ihn eine KI-Zusammenfassung begrüßt, bevor er auch nur einen einzigen Link sieht. Dann schaut er sich den Instagram-Kanal des Hotels an, liest ein paar Google-Bewertungen und bucht schließlich über Booking.
Anna suchte auf einem Kanal. Béla auf fünf – und auf keinem davon landete er zwangsläufig auf Ihrer Website.
Die Suche ist kein einzelnes Fenster mehr
Das Wichtigste, das man verstehen muss: Die Suche ist fragmentiert. Es gibt nicht mehr den einen Ort, an dem man „vorne dabei sein" muss. Sie läuft parallel auf sechs verschiedenen Kanälen ab, und auf jedem bedeutet Präsenz etwas anderes – und erfordert etwas anderes.
Gehen wir sie einzeln durch – nicht allgemein, sondern aus der Perspektive, wie ein Hotel davon betroffen ist.
1. Klassisches Google – die Google SERP (Trefferliste)
Das ist der Kanal, den jeder kennt. Der Gast tippt ein Keyword ein, erhält eine gerankte Linkliste und klickt sich durch. Die Sichtbarkeit ist hier einfach: Position. Je weiter oben Sie stehen, desto mehr Klicks.
Das ist nach wie vor eine gewaltige Traffic-Quelle, und klassisches SEO lohnt sich weiterhin. Doch es passieren zwei Dinge. Erstens nehmen die KI-Zusammenfassung, die Anzeigen und das Karten-Paket darüber immer mehr Platz ein – bis der Gast zu den „echten" Treffern gelangt, hat er schon vieles gesehen. Zweitens erreicht ein immer größerer Teil der Suchanfragen die Google SERP gar nicht mehr, weil die Antwort woanders gefunden wird.
2. Google AI Overview
Dieselbe Suche wie oben, aber oben erscheint eine KI-Zusammenfassungsbox, die einige Quellen zitiert und verlinkt. Hier ändert sich das Spiel dramatisch: Es zählt nicht mehr, an welcher Stelle der Liste Sie stehen, sondern ob Sie in die Zusammenfassung aufgenommen werden und ob die Google-KI Sie verlinkt.
Der Gast öffnet oft gar keine Seite mehr – er liest die Zusammenfassung und zieht weiter. Das nennt man „Zero-Click"-Suche. Auf den ersten Blick eine schlechte Nachricht: weniger Klicks. Doch es gibt eine wichtige Wendung: Wenn die Zusammenfassung Sie zitiert, ist Ihre Marke dort am besten Platz, ganz oben – auch ohne Klick. Die Präsenz selbst ist ein Wert.
3. Google AI Mode – die dialogorientierte Suche
Das AI Overview ist nur eine Box über den Treffern. Der Google AI Mode geht einen Schritt weiter: ein vollständiger, dialogorientierter Suchmodus innerhalb von Google, bei dem der Gast kein Keyword eingibt, sondern fragt, präzisiert, nachhakt – genau wie bei einem KI-Assistenten, nur auf Google-Basis und aus vielen Quellen synthetisiert.
Der Gast schreibt hier nicht „Wellnesshotel Hévíz", sondern „Ich suche ein ruhiges, erwachsenengerechtes Wellnesshotel rund um Hévíz, wo man auch einen Hund mitnehmen kann und einen ordentlichen Spa hat" – und nach der Antwort hakt er nach: „Und welches hat die besten Gästebewertungen?" Google begleitet ihn durchgehend in einem Dialog und gibt konkrete Empfehlungen, keine Trefferliste.
Die Sichtbarkeit ist auch hier eine Frage der Zitierung: Werden Sie als Quelle, als Empfehlung in das Gespräch aufgenommen? Da der AI Mode die längeren, fragenorientierten, mehrstufigen Suchanfragen bedient, begünstigt er gezielt jene Hotels, die klaren, auf Fragen antwortenden Content bieten – detaillierte Zimmer- und Leistungsbeschreibungen, echte FAQ. Wer sich darauf vorbereitet, taucht nicht nur in der AI-Overview-Box auf, sondern auch in der tieferen, dialogorientierten Suche.
4. KI-Assistenten: ChatGPT, Claude, Gemini, Perplexity
Hier öffnet der Gast Google gar nicht erst. Er fragt direkt den Assistenten: „Wohin fahre ich mit meiner Partnerin für ein Wellness-Wochenende am Balaton?" Die Antwort ist keine Liste, sondern eine formulierte Empfehlung – und entweder Sie kommen darin vor, oder nicht.
Dieser Kanal hat zwei Funktionsweisen, und es lohnt sich, beide zu verstehen:
- Auf Wissensbasis (ohne Live-Suche): Das Modell arbeitet mit dem, was es beim Training aus dem Netz gesehen hat. Hier zählt, wie präsent Ihre Marke ist: viele Erwähnungen, Bewertungen, Katalogeinträge. Das ändert sich langsam und begünstigt alteingesessene, etablierte Marken.
- Mit Live-Suche (Grounding): Das Modell sucht in Echtzeit und zitiert Quellen (Perplexity immer, ChatGPT und Gemini häufig). Hier zählt wieder GEO: Indexierbarkeit, Autorität, klarer Content.
Das Wesentliche: Hier gibt es keine Position und keine Liste. Entweder Sie sind in der Antwort, oder Sie bleiben unsichtbar – und der Gast erfährt nie, dass Sie existiert haben.
5. Andere Suchmaschinen – und warum Bing wichtig ist
DuckDuckGo, Brave und Ecosia haben einen kleinen Marktanteil, doch Bing verdient besondere Aufmerksamkeit. Nicht, weil viele es direkt nutzen, sondern weil der Bing-Index den Microsoft Copilot und teilweise die ChatGPT-Suche groundet. Wer bei Bing gut dasteht, hat auch in den KI-Antworten einen Vorteil. Die gute Nachricht: Die Optimierung für Bing ist größtenteils dieselbe wie für Google.
6. Vertikale Plattformen – wo die Hotelsuche wirklich beginnt
Und hier ein wichtiger Punkt, den man leicht vergisst: Viele Gäste starten gar nicht bei der Suchmaschine. Wer mit Buchungsabsicht kommt, öffnet direkt Booking, Google Hotels/Maps oder TripAdvisor. Die Inspirationsphase verlagert sich zunehmend auf Instagram und TikTok, vor allem im jüngeren Segment.
Das ist ein anderes Genre – Plattform-Ranking, Bewertungen, Fotos, Preis – und erfordert eine eigene Optimierung. Aber es darf nicht ausgeblendet werden, denn ein immer größerer Teil der Aufmerksamkeit des Gastes entscheidet sich hier.
Der echte Entscheidungsweg des Gastes
Die Liste der Kanäle ist für sich genommen statisch. Die eigentliche Erkenntnis liegt darin, wie der Gast sich zwischen ihnen bewegt. Eine typische Entscheidung von heute läuft nicht auf einem Kanal ab, sondern in Phasen – und in jeder Phase dominiert ein anderer Kanal.
-
1
Inspiration
„Wohin sollen wir überhaupt fahren?" – offene, fragenartige Suche. Kanal: ChatGPT, AI Overview, TikTok, Instagram.
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2
Vergleich
„Welches ist das beste am Balaton?" – der Kreis wird enger. Kanal: AI Overview, AI Mode, Perplexity, Google.
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3
Validierung
„Wie ist konkret Hotel X?" – Prüfung einer Marke. Kanal: Google-Brand-Suche, Bewertungen, TripAdvisor.
-
4
Buchung
Die Transaktion. Kanal: Booking, Google Hotels oder Ihre eigene Website.
Der Schlüssel liegt in den oberen beiden Phasen. Inspiration und Vergleich wandern schnell zu den KI-Kanälen – und hier entscheidet sich, ob Ihr Hotel überhaupt in die Auswahl des Gastes kommt. Fallen Sie hier heraus, dann wird der Gast Sie in der Validierungs- und Buchungsphase gar nicht erst in Betracht ziehen – obwohl Sie bei Booking vielleicht eine hervorragende Bewertung und einen guten Preis haben.
Wer nicht in der KI-Antwort steht, steht auch nicht im Kopf des Gastes.
Warum reicht das alte Rezept nicht mehr?
Hier machen viele den Fehler zu sagen: „Aber unser SEO ist doch gut, wir ranken gut." Das mag stimmen – und reicht trotzdem nicht. Klassisches SEO dreht sich darum, in der Google SERP weiter nach oben zu kommen. Doch wenn die KI-Zusammenfassung Sie nicht zitiert und der Assistent Sie nicht empfiehlt, dann erreicht ein Großteil der Gäste die Google SERP gar nicht erst.
Ein weiterer verbreiteter Irrglaube ist, dass das „erst in Zukunft" wichtig sein wird. Die Daten zeigen etwas anderes: Die KI-Zusammenfassung erscheint schon jetzt bei fast der Hälfte der Suchanfragen, und ein erheblicher Teil der jüngeren Gäste beginnt von vornherein mit den Assistenten. Das ist nicht die Zukunft – das ist die Gegenwart.
Was können Sie jetzt tun? – drei Schritte
Sie müssen nicht in Panik verfallen und nicht alles umkrempeln. Aber es lohnt sich, systematisch heranzugehen:
- Erfassen Sie den Ausgangszustand. Schauen Sie konkret nach, wo und wie Sie heute in der KI-Suche sichtbar sind – welche Engine Sie erwähnt, in welchem Kontext, an welcher Stelle, wen sie stattdessen empfiehlt. Vermuten reicht nicht; auch der Gast wählt nicht aus Vermutung.
- Beheben Sie die technischen Hürden. Die häufigsten Hindernisse sind erstaunlich grundlegend: Der Seiteninhalt wird aus JavaScript gerendert (die Bots sehen ihn nicht), das Hotel-Schema fehlt, die Ladezeit ist langsam, oder die robots.txt blockiert die KI-Bots. Das lässt sich alles beheben – und ein Großteil davon ist einmalige Arbeit.
- Verfolgen Sie es fortlaufend. Die KI-Antworten ändern sich von Woche zu Woche. Eine Messung ist eine Momentaufnahme; der Wert liegt im Trend – ob Sie sehen, dass Ihre Verbesserungen wirken und wohin sich Ihre Mitbewerber bewegen.
Zusammengefasst
Die Suchgewohnheiten der Gäste haben sich in den letzten paar Jahren stärker verändert als in den zehn davor. Die Suche ist fragmentiert, der obere Trichter ist auf die KI-Kanäle gewandert, und die „gute Position bei Google" ist nur noch ein Stück vom Kuchen.
Das heißt nicht, dass Sie alles wegwerfen müssen, was Sie bisher aufgebaut haben – ganz im Gegenteil. Aber es heißt sehr wohl, dass es nicht mehr genügt, die Sichtbarkeit auf einem einzigen Kanal zu messen. Genau dafür baue ich Mentio: damit Sie an einem Ort sehen, wo Ihr Hotel in der KI-Suche sichtbar ist, was man über Sie sagt und was Sie verbessern sollten, um häufiger in die Auswahl des Gastes zu kommen. Denn die Entscheidung beginnt zunehmend dort – nicht in der Google SERP.

Die größte Wende der letzten Zeit: Die Suche selbst hat sich verändert. Gäste wählen heute nicht mehr unbedingt aus zehn blauen Links, sondern fragen ein KI-Modell, wohin die Reise gehen soll. ChatGPT, Claude, Gemini, Perplexity — und inzwischen Google selbst, mit AI Mode und AI Overviews. Die Antwort ist keine Trefferliste mehr, sondern zwei, drei konkrete Hotelnamen: eine fertige Entscheidung.
Häufige Fragen
Was ist die wichtigste Veränderung bei den Suchgewohnheiten der Gäste?+
Die Suche ist kein linearer Prozess mehr, sondern fragmentiert. Die Gäste suchen gleichzeitig auf mehreren Plattformen – etwa Google, KI-Assistenten, Social Media und Booking –, bevor sie sich entscheiden.
Wie beeinflusst das Google AI Overview die Online-Sichtbarkeit meines Hotels?+
Die AI-Overview-Box erscheint oben in den Suchergebnissen und ersetzt oft die Klicks. Das Ziel ist, dass Ihre Marke in der Zusammenfassung zitiert oder verlinkt wird, denn das ist bereits an sich eine wertvolle Markenpräsenz in Top-Position.
Was soll ich tun, damit KI-Assistenten (z. B. ChatGPT) mich empfehlen?+
Wichtig ist eine breite Online-Präsenz Ihrer Marke: viele Erwähnungen, Bewertungen und Katalogeinträge im Internet. Wenn die KI auch eine Live-Suche nutzt, helfen gute Indexierbarkeit und klarer, relevanter Content dabei, dass sie Sie als Quelle hervorhebt.
Lohnt es sich noch, klassisches Google-SEO zu betreiben, wenn die KI derart dominiert?+
Ja, klassisches SEO ist nach wie vor eine bedeutende Traffic-Quelle. Auch wenn KI-Zusammenfassungen und Anzeigen weiter oben erscheinen, bleiben die gerankten „blauen Links" wichtig – besonders, wenn ein Gast bis zum Klick gelangt.
Was ist der wichtigste strategische Rat für mein Hotel im aktuellen, fragmentierten Suchumfeld?+
Unverzichtbar sind eine mehrkanalige Online-Präsenz und Strategie. Optimieren Sie nicht nur für einen Kanal, sondern sorgen Sie dafür, dass Ihre Marke relevant ist und gleichermaßen in den klassischen Google-Treffern, in den KI-Zusammenfassungen und in den Empfehlungen der KI-Assistenten erscheint.
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